Braga


Im Herzen der grünen und fruchtbaren Provinz 'Minho' erstreckt sich der Distrikt von Braga meereinwärts mit einer herrlichen Waldlandschaft, die sich über sanfte Hügel und Täler hinzieht. Die Stadt Braga, wahrscheinlich das bedeutendste religiöse Zentrum Portugals, ist berühmt für ihre barocken Kirchen, prächtigen Häuser aus dem 18. Jht. und kunstvoll angelegten Garten- und Parkanlagen. Die alte Stadt ist sehr ehrwürdig und antik, aber Industrie und Handel haben ihr einen neuen Lebensstil mit Universitäten, moderner Nachbarschaft, Bars und Restaurants gebracht. Nicht weit davon entfernt liegt die Stadt Guimarães, der Geburtsort der Nation, mit ihrem erhabenen Kastell und guterhaltenem mittelalterlichem Viertel.

Die Stadt Barcelos ist bekannt für ihre Keramikindustrie, insbesondere für den 'Galo de Barcelos' ('Hahn von B.') und ihren vielbesuchten Wochenmarkt, der größte dieser Region.
Citânia de Briteiros dagegen ist eine eindrucksvolle, archäologische Stätte aus der Eisenzeit.
An der Küste finden wir die fantastischen, wilden Strände Esposende, Ofir und Apúlia. Der ganze Distrikt ist berühmt wegen seiner Volksfeste und Festivals sowie wegen seiner einheimischen Küche mit vielen traditionellen Gerichten nach Originalrezepten.

Die herausragendsten Denkmäler dieser Stadt sind die 12. Jht. Kathedrale in einer Mischung aus dem maurischem und einem verschwenderisch verziertem gotischen Stil, bekannt als der manuelinische; der Kirche 'Santa Cruz' aus dem 17. Jht. und einer Bibliothek mit außerordentlich seltenen Buchexemplaren und Manuskripten. Auf einem Berg, 5 km südöstlich, erhebt sich das Kloster 'Bom Jesus do Monte', das Tausende von Pilgern immer an Pfingsten aufsuchen, mit seinem berühmten architektonischen Treppenaufgang aus dem 18. Jht. Nicht ganz zwei Kilometer weiter findet man 'Monte Sameiro', eine Bergspitze, die von einer kolossalen Statue der Jungfrau Maria gekrönt wird. Die Universität von Minho wurde 1973 in Braga gegründet. Große Viehmärkte werden in dieser Region jährlich im Juni und im September abgehalten.

Sehenswerte Orte

Bracara Augusta (heutige Stadt Braga)
Auf der Stelle der Stadt Braga wurde schon in prähistorischer Zeit die römische Ansiedlung Bracara Augusta gegründet. Die Römer machten sie zur Hauptstadt von Gallaecia und zu einem militärischen Hauptknotenpunkt. Braga war schon immer ein religiöses Zentrum und ist heute Sitz des Erzbischof-Primas von Portugal.

Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte (Braga)
Diese Kirche (ursprüngl. 15 Jht., erneuert 18./19. Jht.) liegt 6 km östlich von Braga in ca. 400 m Höhe inmitten eines Parks, der wegen seiner Blumenpracht, einem kleinen See und hübschen Spazierwegen ein beliegtes Ausflugsziel ist. Man erreicht die Wahlfahrtsstätte über eine Straße oder auch mit einer Zahnradbahn oder zu Fuß über einen Stationenweg. Er endet an einer Terrasse, wo eine pompöse barocke Treppenanlage, gesäumt mit riesigen Blumentöpfen, allegorischen Statuen und Brunnen, beginnt. Am Ende des mühevollen Aufstiegs wird man mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Kirche Santa Cruz (Braga)
Diese Kirche ist vor allem wegen ihrer herrlichen Rokoko-Fassade (17. Jht.) besuchenswert. Im Inneren sind vor allem die goldverzierten Holzschnitzereien, das hohe Schiff, die Orgel und die Kanzel sehenswert.

Sé Kathedrale (Braga)
Sie liegt mitten im historischen Zentrum und ist die Hauptsehenswürdigkeit Bragas. Die Kathedrale wurde im 11. Jht. im romanischen Stil angelegt, später mehrfach erweitert und besonders zu Beginn des 16. Jhts. im manuelinischen Stil verändert. Von außen beeindruckt vor allem die von drei Kreuzgewölben überspannte Westvorhalle, die mit einem prächtigen Gitter abschließt. Sehenswert im Inneren sind eine kunstvoll geschnitzte Orgel über einem reich ornamentierten manuelinischen Taufbecken und unter zahlreichen Grabdenkmälern der Sarkophag des Infanten Dom Afonso (15. Jht.). Vom linken Seitenschiff aus betritt man den Kreuzgang, wo sich der Eingang zu einem kleinen Museum für sakrale Kunst mit u.a. schönem Talha- und Azulejos-Schmuck des 17./18. Jhts. befindet. An das Museum angegliedert ist eine mit Kostbarkeiten überquellende Schatzkammer.

Garten Santa Bárbara (Braga)
Hinter der Kathedrale liegt ein Garten, der als einer der schönsten ganz Portugals gilt und wo man eine Fülle von herrlichen Blumen und Farben findet.

Kollegialkirche Nossa Senhora da Oliveira (Guimarães)
An der Stelle der heutigen Kirche befand sich ein im 10. Jht. erbautes Kloster. Später ließ Afonso I. Henriques im 12. Jht. hier zum Dank an die erfolgreich geschlagene Schlacht von Ourique eine Kirche errichten, die von João I. zum Gedenken an die Schlacht von Aljubarrota erheblich erweitert wurde. Das dreischiffige Innere der Kirche birgt u.a. einen gotischen Steinaltar und ein romanisches Taufbecken.

Castelo (Guimarães)
Diese von einem Kranz hoher, schlanker Zinnen gekrönte Wehrburg ließ die galicische Gräfin Mumadona im 10. Jht. zum Schutz des Volkes und des von ihr gestifteten Benediktiner-Klosters vor den Überfällen der Mauren errichten. Das Kastell wurde im 12. Jht. unter D. Henrique erweitert und die Stadtmauern von Guimarães mit denen des Kastells verbunden.

Penha Seilbahn (Guimarães)
Diese Seilbahn führt auf den Hügel 'Penha', von wo aus man eine herrliche Panoramaaussicht genießt. Die Seilbahn mit 40 Kabinen (je 6 Plätze), eröffnet 1995 als Alternative zur Straße, bietet dem Passagier ein unvergessliches Erlebnis.
 
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