Guarda


An der Nordostflanke der Serra da Estrela, dem höchsten Gebirge des Landes, findet man in 1.056 m Höhe Guarda, Portugals höchstgelegene Stadt. Sie wurde in 1197 als Grenzbewachungsstadt (daher auch ihr Name 'Guarda' = 'Wache') errichtet, was sich in ihrem strengen und düsterem Stadtbild ausdrückt.

Von hier aus fährt man weiter nach Manteigas, so ziemlich die Mitte der Serra da Estrela, dessen höchste Gipfel bis auf 1993 m aufsteigen. Hier beginnt auch die berühmte Besichtigungstour der vielen Kastelle und Festungen.

In seiner frühen Geschichte musste sich Portugal immer gegen die spanischen Überfälle verteidigen. Daher wurden im 13. Jht viele Festungen entlang der Grenze errichtet, von denen einige nach Zerstörung durch die Spanier und die Franzosen später wieder aufgebaut wurden. Gute Beispiele für diesen Teil der portugiesischen Geschichte sind Figueira de Castelo Rodrigo, Pinhel und Almeida. Ein weiteres, sehr imposantes und guterhaltenes Kastell findet man in Sabugal, und auch die Festung aus dem 13. Jht. von Sortelha mit ihren romantischen Steingassen und Granithäusern ist äußerst sehenswert.

Trancoso besitzt ein historisches jüdisches Viertel, das 'Judiaria', das mit seinen malerischen Häusern an die große jüdische Gemeinde, die im Mittelalter hier lebte, erinnert.
In dieser Region kann man sogar noch weiter zurück in die Vergangenheit gehen, denn in der Umgebung von Vila Nova de Foz Côa gibt es im Archäologie-Park des Tales von Côa die größte Sammlung von Außengravierungen aus der Steinzeit zu sehen. Die Gravierungen zeigen Pferde, Stiere, Fische und einen nackten Mann und werden auf mehr als zwanzigtausend Jahre alt geschätzt.
Guarda besitzt wegen seiner frischen und angeblich heilenden Luft auch ein ausgedehntes Sanatorium.

Sehenswerte Orte

Sé Kathedrale (Guarda)
Die Kathedrale, ein im Jahre 1390 im gotischen Stil angelegter und im 16 Jht. vollendeter Granitbau, dessen geschlossener Zinnenkranz eher den Eindruck einer Wehrburg vermittelt, befindet sich im Zentrum der Stadt. Das Portal am nörlichen Querschiffarm ist gotisch, während vor allem die Westfassade von manuelinischem Beiwerk geschmückt wird. Das dreischiffige Innere wirkt besonders durch seine ausgewogenen Proportionen und die Ruhe in der Linienführung. Das steinerne Retabel, geschafffen von João de Rouão im Jahre 1550, wurde erst im 18. Jht. vergoldet. Die über 100 Figuren stellen Szenen aus dem Leben von Jesus Christus dar.

Regionalmuseum (Guarda)
Dies ist ein sehr modernes, gut organisiertes Museum auf zwei Stockwerken. Im ersten Stock zeigen die Sammlungen die geographische und historische Entwicklung dieser Region über mehrere Jahrhunderte. Im zweiten Stock wird, außer einer separaten, den örtlichen Bildhauern und Malern gewidmeten Abteilung, das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben von Guarda dokumentiert.

Das Judenviertel (Guarda)
Dieser Stadtteil war einmal vor langer Zeit der Sitz der jüdischen Gemeinde. Man kann diesen Teil des alten Guarda noch immer an einigen bescheidenen, ländlich anmutenden Gebäuden erkennen. Angrenzend an das Judenviertel befindet sich das 'Poço do Gado', ein ehemaliges Dirnenviertel, das ebenfalls ein isolierter Stadtteil war.

Steingrabmal Corgas de Matança (Fornos de Algodres)
Die vieleckige Kammer dieses Steindenkmals, bestehend aus neun Stützpfählen ohne Korridor, befindet sich in der Gemeinde Matança. Die Entstehungszeit wird in der Jungsteinzeit vermutet.

Gräber auf dem Felsen (Fornos de Algodres)
Diese Region zeichnet sich durch die unzähligen, in die Felsen gehauenen Gräber aus. Bis heute wurden 68 Gräber gefunden, aber es werden noch viele mehr dort vermutet. Die Gräber waren entweder innerhalb einer Totenstadt oder in Gruppen mit zwei oder drei Grabstätten angelegt.
 
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