Guimarães

Die malerische Stadt Guimarães aus dem Mittelalter befindet sich im Braga-Bezirk in einer der wichtigsten historischen Städte von Portugal und wird als die ‚Wiege Portugals‘ bezeichnet, weil der erste König von Portugal, Afonso Henriques, diese ehemalige römische Stadt Vimaranes als die administrative Hauptstadt des portugiesischen Königsreiches wählte, nachdem er 1128 in der Schlacht São Mamede seine eigene Mutter besiegte.
Die charmante Altstadt hat enge, gewundene Straßen, alte Häuser, die mit Statuen geschmückt sind und zum eindrücklichen Hauptplatz, dem Largo da Oliveira und zum alten Ducal Palast und dem Schloss gleich gegenüber führen.
Um die mittelalterliche Atmosphäre so richtig zu spüren, lohnt es sich, die Stadt in der ersten Augustwoche zu besuchen. Dann findet das Gualterianas Festival statt mit  mittelalterlichem Handwerksmarkt, Kunstmesse und Kostümparade.

Sehenswürdigkeiten

Guimarães Schloss
Der eindrückliche zentrale Turm dieses Schlosses ist umgeben von acht kleineren Türmen, welche die Skyline der Stadt dominieren. Er wurde bereits im 10. Jahrhundert gebaut und beschützte die Stadt gegen Angriffe der Mauren und der Normannen und wurde später von Henry von Burgund zu einem Waffenlager und Palast ausgebaut. Die Legende sagt, dass der erste König von Portugal, Afonso Henriques, hier geboren wurde, obwohl einige Historiker sagen,  dass er aus dem nahe gelegenen Viseu stammt. Das gut erhaltene Schloss und die kleine romanische Kirche São Miguel, in der er angeblich getauft wurde, können besichtigt werden.

Ducal Palast
Dieser kürzlich renovierte Sitz des Dukes von Braganza hat einen dem Burgund ähnlichen, gotischen Stil und steht im Gegensatz zu den vielen Schlössern, die von den Mauren und Normannen beeinflusst wurden, und die man sonst überall in Portugal findet. Das Schloss wurde im 15. Jahrhundert vom Afonso, dem 1. Duke von Braganza gebaut. Das eindrückliche Manorhaus war größtenteils verfallen, als die Familie nach Vila Viçosa zog, bis es während der Salazar-Diktatur wieder aufgebaut wurde. Heute kann man den Hauptraum besuchen, der eindrückliche Möbelstücke aus der Renaissance enthält. Ebenso können Sie die außergewöhnlichen flämischen Tapeten und die Perserteppiche bewundern. Heute dient das Haus als offizielle Residenz des portugiesischen Präsidenten, um ausländische Würdenträger zu empfangen.

Kloster Nossa Senhora da Oliveira
Diese herrliche Klosterkirche am Largo do Oliveira Platz wurde von König Afonso Henriques gegründet und während der Regierungszeit von König João I in Dankbarkeit für den Sieg über die Kastilien in der Schlacht von Ajubarrota im Jahre 1385 renoviert. Sie ist nicht nur berühmt für den kunstvollen Turm aus dem Jahre 1515 im portugiesischen Renaissance-Manuelin-Stil, sondern auch wegen der interessanten Legende, von der das Kloster und der Platz den Namen erhielten. Die Geschichte sagt, dass ein Olivenbaum gepflanzt wurde, um Olivenöl für die Altarlampen zu gewinnen. Doch der Baum welkte und starb. 1342 platzierte ein Handelsmann, Pedro Esteves, gegenüber dem Ort ein Kreuz und wie ein Wunder erwachte der Baum zu neuem Leben. Sollten Sie sich fragen, ob es sich beim bestehenden Olivenbaum um den Originalbaum handelt – lautet die Antwort nein. Dieser Baum wurde 1985 gepflanzt.

Alberto Sampaio Museum
Während Sie die Fassade des Klosters Nossa Senhora da Oliveira bewundern, lohnt sich ein Besuch im Alberto Sampaio Museum und im romanischen Kloster. Hier finden Sie hervorragende portugiesische mittelalterliche religiöse Kunst, Statuen, Relikte und berühmte portugiesische blaue Platten oder Azulejos. Besonders interessant ist der Waffenrock, der angeblich von König João I in der Schlacht von Aljubarrota getragen wurde sowie ein herrliches Wandgemälde, das Besuch, Verkündung und Geburt Jesu zeigt.
 
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